Arbeitsweise eines E85- Zusatzsteuergerätes
E85 ist ein Mischbenzinersatzkraftstoff mit 75% Ethanol und 25% Superbenzin. Sollte man reines Ethanol (E100) zur Verbrennung verwenden, ist dieses technisch zwar möglich, es kommt aber zu einem sehr hohen Mehrverbrauch von bis zu 40%. E100 hat einen um 40% niedrigeren Brennwert als Superbenzin. Zudem würden durch die mangelnde Schmierwirkung von E100 die Benzinpumpe und andere Komponenten der Einpritzung nicht mehr richtig geschmiert werden. Vorzeitiger Verschleiß wäre die Folge.
Um diese Nachteile auszugleichen, wird dem E100 in der Raffinierie ein Superbenzinanteil in Höhe von 25% beigemischt. Dieser Anteil sorgt für den Erhalt der Schmierfähigkeit und dem Ausgleich der Brennwertdifferenz. Mit der Beimischung ist ein Mehrverbrauch in Höhe von 7,5 - 25% (je nach Motor) realistisch. Man kann sagen, je kleiner der Motor ist, desto geringer ist der Mehrverbrauch. Bei 3 und Vierzylinderfahrzeugen bewegt sich der realistischen Mehrverbrauch in einem Bereich von 7,5 bis 20%. US- Fahrzeuge mit 8 Zylindermotor können aber auch deutlich über 20% mehr an E85 verbrauchen, da die Motoren sehr uneffektiv konstruiert sind. Bei europäischen und japanischen 6 und 8 Zylindern hält sich der Mehrverbrauch deutlich in Grenzen, da die Motoren sehr wirtschaftlch konstruiert sind.
Es ist möglich, einen Motor mit E85 Anteilen, bis zu 40% ohne Zusatzsteuergerät zu betreiben. Sie sollten dann allerdings auf Vollgasfahrten verzichten, da durch einen unkontrollierten Kraftstoffmangel bei der Einspritzung die Abgastemperatur hoch ansteigt und ein Ventilschaden oder Zylinderiß die Folge im schlechtesten Fall sein kann. Sie müssen auf einen guten Kaltstart achten. Der Motor darf bei hoher Last nicht anfangen zu ruckeln und die Warnleuchte für die Motorsteuerung darf nicht leuchten. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, kann der Motor bis zu 40% mit E85 betrieben werden.
Um die volle Wirtschaftlichkeit und eine optimale Gemischbildung zu erreichen, ist alledings der Einbau eines E85- Zusatzsteuergeräts erforderlich. Die originalen Motorsteuergeräte sind i.d.R. nicht in der Lage auch eine korrekte Gemischbildung mit 100% E85 zu gewährleisten. Motorschäden durch unkontrollierten Kraftstoffmangel bei der Einspritzung wären die Folge.
Ein E85- Zusatzsteuergerät wird zusätzlich zum originalen Motorsteuergerät installiert. Durch elektronischen Eingriff an den Düsensteckern wird nun die Düsenöffnungsdauer verlängert, so daß die Einspritzzeitdifferenz in Höhe von -30% von der nachgerüsteten Elektronik verarbeitet und ausgeglichen werden kann. Sobald das originale Motorsteuergerät ausgeregelt ist, erkennt das Zusatzsteuergerät dies am zu mageren Lambdawert (1= optimal; 0,7 ist um 30% zu mager) und schaltet sich in die Regelung ein. Durch einen elektronischen Impuls an der Düse öffnet diese um den errechneten Wert länger. Mehr Kraftstoff gelangt in das Gemisch und die Brennwertdifferenz ist ausgeglichen. Das Gemisch zündet ganz normal und durch den zusätzlichen, eingespritzten Kraftstoff wird das Gemisch und die Abgastemperatur gekühlt. Dei thermische Belastung sinkt und die Motorlebensdauer steigt beträchtlich an. Verfügt der Motor über einen Klopfsensor w
ird die hohe Klopffestigkeit von E85 voll ausgenutzt, was zu einem Anstieg des Motordrehmoments und zu einer Senkung des Mehrverbrauchs führt. Auch manuell kann der Zündwinkel verstellt werden, er sollte auf (früh 10°) oder etwas früher als bei Verwendung von Superplus, eingestellt werden. Bitte bedenken Sie, daß Sie bei manueller Einstellung des Zündwinkels nur noch E85 fahren können. Der Betrieb mit Benzin ist nicht mehr möglich. Dafür kommen Sie in den Genuss einer deutlichen Mehrleistung und eines geringeren Mehrverbrauchs.
RMG RAPSOL E85- Zusatzsteuergeräte verfügen zudem einen Anschluß an das E-Gas Pedal des Fahrzeugs. Somit können die genauen Lastwerte des Motors durch Signalübermittlung an das Zusatzsteuergerät ermittelt werden. So wird bei geringer Lastanforderung auch nur eine geringe Kraftstoff- Mehrmenge eingespritzt, was sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Wird allerdings hohe Last angefordert, steigt die Düsenöffnungsdauer, Leistung und Drehmoment stark an.
Trotz der modernen Zusatzregelung kann es zu Problemen beim Betrieb kommen. Diese sind nicht mechanischer sondern eher elektronischer Art. So arbeiten manche Motorsteuergeräte von fabrikneuen Fahrzeugen nicht mit einem E85- Zusatzsteuergerät zusammen. Sie sind nicht kompatibel bzw.
der Betrieb mit E85 wird erkannt und geblockt. In diesem Falle kann ein E85- Zusatzsteuergerät nicht verwendet werden. Der Motor muss weiterhin mit dem vorgeschriebenen Kraftstoff betankt werden.
